Rundreise Kathmandu – Pokhara

 

Begrüßt durch das mehr als freundliche Team des Reiseveranstalters Himalayan Circuit fand ich mich zunächst in  Kathmandu ein. Es ist meine zweite Nepalreise und es fühlte sich an wie beim Wiedersehen eines guten alten Freundes.

Wir fuhren ab durch die Millionenmetropole Kathmandu – für unsere deutschen Verhältnisse ein unbeschreibliches Gewusel auf und entlang der Straßen. Viele kleine Autos, sehr viele Mofas und Motorräder und natürlich viele voll besetzte Busse. Es gilt fast vier Millionen Menschen zu transportieren, die in der Stadt leben und arbeiten. Um nach Pokhara zu gelangen nimmt man die vorhandene Verbindungsstraße, den hiesigen„ highway“ – letztlich eine Serpentinenstraße durch die untere Berglandschaft. Man sieht dort äußerst viele Lkw, reich geschmückt mit Farben und Bändern und jeweils einem lebensbejahenden Motto. Alle importierten Güter für das tägliche Leben werden nach ihrer Ankunft am Flughafen auf Grund fehlenden Schienennetzes von ihnen quer über das Land verteilt.  Wir legten zwei kleine Pausen in Straßenrestaurants ein, selbstredend um eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen zu machen von der Vielzahl blühender Blumen u.a. in sattem lila, gelb, blau. Wir studierten Fischer bei der Reparatur ihrer Netze, beobachteten Schwärme von Vögeln in den Bäumen und wurden immer und überall mit offenen Armen und einem warmen Service empfangen – so manche unserer Miesmuschel daheim sollte sich hiervon eine dicke Scheibe abschneiden!

Die Hotelaufenthalte für zwei Nächte waren bereits durch die Agentur auf Grund ihrer persönlichen Kontakte vorbereitet. Häuser in sehr gutem Standard mit einem Personal, welches einen wie ein  Familienmitglied empfängt und selbst an die kleinsten Kleinigkeiten wie Stift und Papier neben dem Bett gedacht hat.

Wir unternahmen eine Bootsfahrt auf dem großen See, einer Traumkulisse umgeben von dicht grün bewaldetem Gebirge und Blick auf die beiden sich gegenüberliegenden heiligen Stätten Sarangkot und der Friedensstupa. Der Ruderer steuerte uns zum Eiland mit eigenem Tempel, den ich, wie es sich gehört, im Uhrzeigersinn die Glocken läutend umrundete und eine Kerze für meinen verstorbenen Vater anzündete.  Auf dem Rückweg hüpfte ein Affe auf das Nachbarboot und sorgte für allgemeine Erheiterung.

Am Nachmittag stand der Besuch des bekannten Wasserfalls, David‘s Fall“ an mit seiner angrenzenden Grotte. Es ist ein wunderschönes Schauspiel, das aus dem Himalaya kommende Wasser anrauschen zu hören und als lauten Wasserfall wie von Geisterhand in einem Loch verschwinden zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelangt man in die Grotte, durch welche dieses Wasser hindurchläuft und einen von der Decke in Form kleiner Tropfen erreicht.

Um ein wenig die Umgebund zu erkunden buchten wir Taxifahrten; der Straßenverkehr ist in Pokhara eher ruhig, die Stadt als Erholungsgebiet weist wunderschöne farbige Wohnhäuser zumeist von gut situierten Geschäftsleuten auf. Typische nepalische Musik klingt aus den offenen Autofenstern und lächelnde Menschen schauen in unser Auto. Selbstverständlich legten wir vormittags und abends Pausen ein für die typischen nepalischen Mahlzeiten >Dal Bhat< oder auch >Momos<. Selbst bei diesen kleinen Köstlichkeiten gibt es derlei verschiedene Varianten, daß einem das Wasser im Munde zerläuft. Unbedingt auszuprobieren! Ein kühles Abend-Bierchen >Nepal ice< am See sitzend gehört natürlich zur Abrundung hinzu…

Absoluter Höhepunkt der Reise war die Morgendämmerung und Sonnenaufgang auf 1.400m Höhe. Man ist der Natur so verbunden wie es nur geht. Morgens um sechs frische Bergluft in den Lungen, zarte Sonnenstrahlen über dem Himalaya und der obligatorische nepalische Milchtee in der Hand und jedes Herz schmilzt. Es ist eine atemberaubende Szenerie die sich einem bietet, diese weitläufige Berglandschaft.

Unbedingt erwähnenswert ist die ungeplante Vogelbeobachtung auf dem großen Hotelareal: weiße und grau-schwarz schattierte Adler hatten sich in den Bäumen versammelt und zogen immer wieder ihre Kreise direkt über uns. Ein majästetisches Gleiten in den Lüften mit Schwingen, die ihresgleichen suchen.

Überhaupt läuft vieles in Nepal ungeplant ab. Das ist eine Lektion, die ich als Deutsche gerne lernte: die Dinge kommen so, wie sie kommen sollen! Nimm‘ die Dinge unverkrampft an, sie wenden sich in den allermeisten Fällen zum Guten. Inspiriert von der Offenheit, Freundlichkeit und Unvoreingenommenheit der Einheimischen konnte ich erheblich auftanken.

Unsere Rückfahrt führte uns durch satte grüne Landschaften, entlang eines wunderschönen z.T. schäumenden Flußlaufes und durch unzählige bunte Dörfer – die Verbindungsstraße war zu dieser Zeit extrem befahren auf Grund des zweiwöchigen Dishain Festes (vergleichbar mit unserem Weihnachtsfest): die Kinder haben schulfrei und mindestens die Hälfte der Bevölkerung ist auf Reisen. Doch auch hier lassen sich die Nepali nicht stressen: das handy rausgeholt und alte Volkslieder auf youtube gezogen und dann heißt es singen singen singen! Kleine Tankstellen findet man überall, die Benzinpreise betragen etwa die Hälfte unserer Preise. An noch kleineren Stationen bieten Menschen vor ihren Häusern einen Fullservice rund um das Auto wie z.B. Nachfüllen des Reifendrucks etc. für kleines Geld an. Zum Abschluß der Reise gab es dann natürlich wieder Milchtee – Leib und Seele werden in diesem wunderschönen Land gleichermaßen verwöhnt. Wiederkommen ist vorprogammiert.

Reisebericht von Ulrike Kessler, 30. September 2019

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