Meine Reise in Nepal – Wandern und Kultur

Nachdem wir zunächst 8 Tage in Rajasthan, Indien unterwegs waren, kamen wir an einem regnerischen Nachmittag in Kathmandu an. Schon auf dem Flug dorthin konnte wir aus dem Flugzeug einen Blick auf die majestätischen Berge des Himalayas werfen. Einfach grandios!
Am Flughafen wurden wir dann von unserem Guide Sobodh empfangen, den wir sofort sympathisch fanden. Unser Gepäck wurde flugs in einen großen Jeep geladen und los ging es durch den turbulenten Stadtverkehr und den Regen, der langsam nachließ. Im Gegensatz zu Indien fiel uns gleich auf, dass hier weniger gehupt wurde. Aber der wuselige Verkehr war der gleiche.
Unser Hotel, in dem wir während unseres gesamten Aufenthaltes in Kathmandu übernachteten, war ein einziger Traum. Eine ruhige und gemütliche Oase inmitten einer hektischen Großstadt, in dem wir uns gleich super wohl fühlten.

Nachdem wir erst einmal durchgeschnauft hatten, ging es auch schon weiter zum Tempel Swayambhunath. Er gilt neben Borobudur auf Java in Indonesien als eine der ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Welt. Die inneren Bauten werden auf ca. 2500 Jahre geschätzt. Am Eingang begrüßten uns einige quirlige Affen, die nur darauf warteten, uns Besuchern einige Leckereien wegzuschnappen. Doch wir achteten nicht lange auf sie, da der wir zu begeistert waren von der Schönheit und Würde dieser alten Tempelanlage und den vielen Gebetsmühlen. Sobodh nahm sich viel Zeit, uns die Geschichte des Tempels zu erklären und wir hörten ihm begeistert zu. Uns wurde schnell klar, wie viel er über die spannende Geschichte und Kultur Nepals wusste.

Tags darauf besuchten wir Pashupatinath. Das ist eine der wichtigsten Tempelstätten des Hinduismus. Hier finden täglich bis zu 50 Leichenverbrennungen statt. Der Fluss Bagmati teilt die Anlage in zwei große Bereiche. Auf dem rechten Ufer des Bagmati liegen der Pashupatinath-Tempel und die Verbrennungsstätten der höheren Kasten und die der niederen Kasten. Dieser Ort hat für viele Gläubige als Platz für die „letzten Riten“ besondere Bedeutung: es gilt als erstrebenswert, seine Leiche hier verbrennen zu lassen, da man sicher sein kann, als Mensch wiedergeboren zu werden.

Nachdem wir eine Weile den rituellen Waschungen zugesehen hatten, machten wir uns auf zu den „heiligen Männern, den Saddhus, von denen viele in der großen Tempelanlage leben. Es sind beeindruckende Persönlichkeiten und für eine Obolus lassen sie sich gerne fotografieren.

Nach einer kleinen Pause ging es dann weiter zu Bodnath. Bekannt ist Bodnath wegen des großen Stupa, der seit Jahrhunderten eines der bedeutendsten Ziele buddhistischer Pilger aus Nepal und den umliegenden Regionen des Himalaya ist. Mit einer Höhe von 36 Metern gehört der Stupa zu den größten seiner Art. Einmal pro Jahr wird der halbkugelförmige Bau neu geweißt und zum Neujahrsfest Losar werden die safranfarbenen Bögen erneuert. Dieser Ort machte mit seiner ruhigen und gelassenen Atmosphäre machte uns richtig fröhlich; überall waren nepalesische und tibetische Lieder zu hören.

Am nächsten Morgen besuchten wir Patan, eine ehemalige Königstadt. Die Geschichte der Stadt geht mehr als 2300 Jahre zurück. Der Überlieferung zufolge ist die Stadt die älteste im Kathmandu Tal. Einiges wurde durch das Erdbeben zerstört, aber wir waren sofort begeistert von der Schönheit der Bauten am Durbar Square. Besonders beeindruckt hat uns der Königspalast mit dem königlichen Bad.

Nach einem leckeren Mittagessen in einem gemütlichen kleinen Restaurant zog es uns dann nach Bhaktapur. Die ehemalig Königstadt liegt am Fluss Hanumante Khola und wie Kathmandu an einer alten Handelsroute nach Tibet, was für den Reichtum der Stadt verantwortlich war. Das Bild der Stadt wird bestimmt von der Landwirtschaft, der Töpferkunst und besonders von einer lebendigen traditionellen Musikerszene. Wegen seiner über 150 Musik- und 100 Kulturgruppen wird Bhaktapur auch als Hauptstadt der darstellenden Künste Nepals bezeichnet. Im alten Zentrum der Stadt besichtigen wir den Durbar Square und den Pottery Square. Die zahlreichen Tempel, Schreine und Bauten waren ein einziger Augenschmaus.

Am kommenden Morgen flogen wir mit Buddha Air nach Pokhara, um unsere Trekking Tour zu starten. Bei bestem Wetter und heißen Temperaturen kamen wir an und hatten schon vom Flughafen aus einem phantastischen Blick auf den Berg xxx, auch Fish Tail genannt.

Unser Guide Sanu, der uns während der gesamten Tour in den Bergen begleiten sollte, ging erst einmal Früchte einkaufen und danach ging es zusammen mit unserem Träger Jandra auch schon los. Wir fuhren eine kleine Strecke mit dem Auto und stiegen dann 2 Stunden steil bergauf bis wir den kleinen Ort Dhampus erreichten. Dort gab es ein leckeres Mittagessen und marschierten dann weiter zum Australian Camp, einer einfachen Übernachtung in den Bergen. Am nächsten Morgen genossen wir den Sonnenaufgang und die wunderschöne Aussicht auf das Annapurna Massiv. Es erschien uns zum Greifen nah. Nach einem deftigen Frühstück wanderten wir zurück nach Sarangkot, wo wir übernachten sollten. Schon zu Beginn der Reise freuten wir uns auf diesen kleinen Ort. Denn ein Blick von Sarangkot auf das Annapurna Gebirge ist ein absolutes Highlight von Pokhara. Egal ob Sonnenaufgang oder einfach spontan tagsüber, der Blick auf die Berge ist genial.

Bei Sonnenaufgang teilten wir uns die Aussichtsterrasse des Hotels mit einer chinesischen Fotoreisegruppe, welche bestes Equipment dabeihatte und erstaunt war, dass wir ohne Stativ zurechtkamen. Allerdings hätte sich ein Stativ bei diesem Blick auf das Annapurna Gebirge durchaus gelohnt. Dort stehen nämlich mit die größten Berge der Welt, die alle um die 8.000 Meter hoch sind.

Von Sarangkot sieht man auch die viele Leichtflugzeuge und Paraglider, welche alle über dem See herumschwirren. In Pokhara flanierten wir am Fewa See und besorgten einige Mitbringsel für unsere Lieben daheim. Wir hatten die Qual der Wahl, denn die Auswahl ist aufgrund der vielen kleinen Läden sehr groß.
Am nächsten Tag wollten wir mit dem Auto zurück nach Kathmandu fahren, entschlossen uns dann aber das Flugzeug zu nehmen. Pokhara war einfach zu reizvoll und wir wollten den Vormittag gerne noch einmal mit Bummeln am Seeufer verbringen. Um 15 Uhr ging dann unser Flieger zurück in das hektische Treiben von Kathmandu. Am späten Nachmittag machten wir uns dort auf nach Thamel und den „Secret Garden“. Am Ende ging es mit dem Taxi zurück in unser Hotel.

So langsam näherte sich unser Aufenthalt in Nepal auch seinem Ende zu und so freuten wir uns sehr, als Shiva uns an unserem letzten Abend zu einem Essen in ein sehr schönes Lokal einlud. Das Essen war super lecker und reichhaltig. Tanz und Musik gab es ebenfalls und auf diese schöne Weise nahmen wir schweren Herzens Abschied von diesem wundervollen Land mit seinen freundlichen Menschen und seiner beeindruckenden Religion, Kultur und Geschichte.

Christiana

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